Häufige Ursache des Mottenbefalls: Lebensmittelmotten in Tee und Gewürzen

Motten in Tee und Gewürzen in einer Küchenschublade
Motten in Tee und Gewürzen in einer Küchenschublade

Lebensmittelmotten in Tee und Gewürzen werden bei der Suche nach einem Befallsherd leicht übersehen. Dabei können sich die Schädlinge auch in Kräuter- und Früchtetees oder Gewürzen entwickeln – besonders, wenn diese lange unbemerkt im Vorratsschrank stehen. Wir zeigen dir, woran du einen Befall erkennst und wie du richtig handelst.

Das Wichtigste vorab – Lebensmittelmotten in Tee oder Gewürzen:

  • Lebensmittelmotten können auch Kräuter- und Früchtetees sowie verschiedene Gewürze befallen. Deshalb solltest du diese Vorräte bei einem Mottenbefall immer mitkontrollieren.
  • Typische Anzeichen sind feine Gespinste, verklumpte Inhalte oder sichtbare Larven im Produkt oder an der Verpackung.
  • Was du tun solltest: Befallene Lebensmittel vollständig entsorgen. Unauffällige Vorräte in der Nähe kannst du vorsorglich mit Kälte oder Hitze behandeln.
  • Bewahre Tee und Gewürze möglichst in dicht schließenden Behältern auf und kontrolliere besonders lange gelagerte Vorräte regelmäßig.

Inhaltsübersicht

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Warum Lebensmittelmotten auch Tee oder Gewürze befallen

Die Larven von Lebensmittelmotten können viele trockene, pflanzliche Lebensmittel als Nahrung nutzen. Besonders die Dörrobstmotte hat ein breites Nahrungsspektrum und wurde auch in Kräutertees, Früchtetees und Gewürzen nachgewiesen. Welche Vorräte grundsätzlich gefährdet sind, erfährst du in unserem Artikel „Was Motten fressen“.

Allerdings sind nicht alle Tee- und Gewürzsorten gleich gut für die Entwicklung der Larven geeignet. Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass sich Dörrobstmotten auf manchen getrockneten Kräutern wie z.B. Schnittlauch, Koriander und Dill gut entwickeln können, auf anderen wie Lorbeer, Salbei oder Bohnenkraut dagegen kaum oder gar nicht. Auch Schwarztee gilt als eher selten befallen. Umgekehrt sind selbst scharfe Produkte nicht automatisch geschützt: Selbst ein Befall von getrocknetem Chili ist dokumentiert.

Hinzu kommt, dass Tee und Gewürze oft lange im Vorratsschrank stehen. Dadurch kann ein Befall längere Zeit unbemerkt bleiben – besonders in Papierverpackungen oder dünnen Folien, die keinen sicheren Schutz vor Lebensmittelmotten bieten.

Woran du Mottenbefall in Tee und Gewürzen erkennst

Wenn du Lebensmittelmotten in der Küche entdeckst, solltest du nicht nur Mehl, Müsli oder Nüsse kontrollieren. Auch Tee und Gewürze können eine unbemerkte Befallsquelle sein – besonders, wenn sie schon länger im Vorratsschrank stehen.

Achte vor allem auf:

  • feine Gespinste im Produkt oder an der Verpackung,
  • verklumpte oder verklebte Inhalte,
  • sichtbare Larven oder Häutungsreste,
  • auffällige Krümel oder Fraßspuren an der Verpackung.

Gut zu wissen

Auch neue oder originalverpackte Produkte sind nicht automatisch frei von Lebensmittelmotten. Eier oder Larven können bereits vor dem Kauf in oder an die Verpackung gelangt sein. Deshalb lohnt es sich, bei einem Befall auch ungeöffnete Tee- und Gewürzpackungen zu kontrollieren.

Lebensmittelmotten in Tee oder Gewürzen – was tun?

Hast du Motten oder Larven in Tee oder Gewürzen entdeckt, solltest du auch die übrigen Vorräte im selben Schrank kontrollieren. Anschließend gehst du am besten Schritt für Schritt vor:

1. Befallene Lebensmittel entsorgen

Produkte mit Gespinsten, Larven oder anderen deutlichen Befallsspuren gehören vollständig in den Müll. Verpacke sie in einem gut verschlossenen Beutel und entsorge diesen möglichst direkt außerhalb der Wohnung.

2. Unauffällige Vorräte vorsorglich behandeln

Bei Tee oder Gewürzen ohne sichtbare Befallsspuren kannst du mögliche Eier und Larven durch Kälte abtöten. Verpacke die Produkte möglichst luftdicht und friere sie einige Tage bei etwa –20 °C ein. Lass sie anschließend verschlossen auf Raumtemperatur kommen, damit sich keine Feuchtigkeit im Lebensmittel niederschlägt.

Alternativ kannst du geeignete Produkte für mindestens eine Stunde bei mindestens 50 °C im Backofen erhitzen.

3. Schränke gründlich reinigen

Sauge Regalböden, Ecken und Ritzen sorgfältig aus. Denke auch an Bohrlöcher, Scharniere und andere kleine Verstecke. Anschließend kannst du die Flächen mit Essigwasser auswischen und gut trocknen lassen.

Wichtig: Essig tötet Motteneier oder Larven nicht zuverlässig ab, hilft aber dabei, Lebensmittelreste zu entfernen.

4. Verbliebene Motteneier bekämpfen

Selbst nach gründlicher Reinigung können winzige Eier zurückbleiben. Schlupfwespen suchen diese gezielt auf und unterbrechen so den Entwicklungszyklus der Motten. Wie du dabei vorgehst, erklären wir dir im Artikel „Schlupfwespen richtig anwenden“.

5. Tee und Gewürze sicher aufbewahren

Fülle deine Vorräte nach der Behandlung in dicht schließende Behälter um, statt sie dauerhaft in Papierbeuteln oder dünnen Folien zu lagern. Welche Behälter geeignet sind, erfährst du in unserem Artikel „Lebensmittel mottensicher aufbewahren“.

FAQ - weitere Fragen & Antworten zu Lebensmittelmotten in Tee oder Gewürzen

Können Lebensmittelmotten auch in Tee sein?

Ja. Vor allem Kräuter- und Früchtetees können von Lebensmittelmotten wie der Dörrobstmotte befallen werden. Schwarztee gilt dagegen als eher selten befallen.

Welche Lebensmittel können Dörrobstmotten befallen?

Dörrobstmotten haben ein sehr breites Nahrungsspektrum. Dazu gehören unter anderem Trockenfrüchte, Nüsse und Samen, Getreideprodukte, Kakao und Schokolade, Hülsenfrüchte sowie verschiedene Tees und Gewürze.

Kann man von Lebensmittelmotten befallene Tees oder Gewürze noch verwenden?

Nein. Sichtbar befallene Lebensmittel solltest du vollständig entsorgen. Sie können durch Gespinste, Kot und andere Rückstände der Larven verunreinigt sein.

An welche Lebensmittel gehen Motten nicht ran?

Fette und Öle, Salz, Zucker, Kaffee, Schwarztee, tierische Lebensmittel sowie Räucherwaren werden in der Regel nicht befallen. Auch bestimmte Gewürze wie Lorbeer, Lavendel, Pfefferminze oder Nelken sind für Motten weniger attraktiv.

Können Lebensmittelmotten in Schraubgläser gelangen?

Schraubgläser bieten keinen sicheren Schutz, da der Verschluss je nach Glas und Deckel kleine Zugänge lassen kann. Für die Vorratshaltung sind daher möglichst luftdicht bzw. insektendicht schließende Behälter empfehlenswert.

Bild von Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Julia Braunsteiner-Berger schreibt seit vielen Jahren als freiberufliche Autorin über Medizin- und Gesundheitsthemen. Nach einem Biologiestudium absolvierte sie u.a. Fortbildungen im Bereich Medical Writing und Pflegewissenschaften. Ein besonderes Anliegen ist ihr die laiengerechte Aufarbeitung medizinischer Themen.

Quellen

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