Können Schlupfwespen stechen?

Schlupfwespen stechen nicht - hier in der Hand liegend
Schlupfwespen stechen nicht - hier in der Hand liegend

Ist ein Schlupfwespen-Stich möglich? Diese Frage beschäftigt dich vielleicht, wenn du Schlupfwespen gegen Motten einsetzen möchtest. Doch die Sorge ist unbegründet: Die winzigen Nützlinge können Menschen und Haustiere nicht stechen. Warum das so ist und was sie von herkömmlichen Wespen unterscheidet, erklären wir hier.

Das Wichtigste vorab – warum Schlupfwespen nicht stechen:

  • Schlupfwespen besitzen im Unterschied zu den bekannten Wespen keinen Giftstachel.
  • Ihr feiner Legestachel dient ausschließlich dazu, Eier abzulegen – etwa in Motteneier oder Mottenlarven.
  • Die kleinen Nützlinge sind nicht aggressiv und interessieren sich weder für Menschen noch für Lebensmittel.
  • Die häufig eingesetzten Trichogramma-Schlupfwespen sind mit etwa 0,4 Millimeter so winzig, dass sie bei der Anwendung praktisch nicht auffallen und dir nicht lästig werden können.

Inhaltsübersicht

Schlupfwespen gegen Motten

Der natürliche Feind der Motte und völlig ungefährlich für Mensch & Tier.

  • Schlupfwespen sind ein sehr bewährtes Mittel gegen Lebensmittel- und Kleidermotten.
  • Ursprünglich in der Landwirtschaft eingesetzt, werden Schlupfwespen mittlerweile auch seit vielen Jahren für Endverbraucher angeboten und werden zig-hunderttausendfach in deutschen Haushalten gegen Motten ausgelegt.
Schlupfwespen kaufen gegen Lebensmittelmotten
Schlupfwespen - das bewährte Mittel gegen Motten

Schlupfwespen und Wespen: Was ist der Unterschied?

Der Name kann zunächst irritieren: Schlupfwespen und die bekannten Wespen gehören zwar beide zu den Hautflüglern, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Lebensweise, Größe und ihrem Verhalten.

  • Lebensweise: Schlupfwespen sind Nützlinge, die andere Insekten als Wirte für ihren Nachwuchs nutzen. Die bekannten Trichogramma-Schlupfwespen legen ihre Eier in Motteneier ab – und unterbrechen so den Lebenszyklus der Schädlinge. Zwei weitere Schlupfwespen-Arten haben es auf Mottenlarven abgesehen: Habrobracon hebetor befällt die Larven von Lebensmittelmotten, Baryscapus tineivorus die Larven von Kleidermotten.
  • Verhalten: Anders als gewöhnliche Wespen bilden die im Haushalt eingesetzten Schlupfwespen keine Staaten und verteidigen kein Nest. Sie interessieren sich weder für Menschen noch für deren Lebensmittel oder Kleidung.
  • Größe: Schlupfwespen sind wesentlich kleiner als gewöhnliche Wespen. Trichogramma-Arten messen nur etwa 0,4 Millimeter und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Habrobracon hebetor und Baryscapus tineivorus werden bis zu etwa 2 Millimeter groß.

Gut zu wissen

Neben den bekannten Trichogramma-Schlupfwespen gegen Motten gibt es zahlreiche weitere Schlupfwespen-Arten, die im Haushalt und in der Landwirtschaft als Nützlinge dienen. Welche Art gegen welche Schadinsekten und Entwicklungsstadien eingesetzt wird, erfährst du hier im Überblick: Gegen welchen Schädling hilft welche Schlupfwespe?

Warum ein Schlupfwespen-Stich unmöglich ist

Die Sorge vor einem Schlupfwespen-Stich entsteht meist durch die Namensähnlichkeit zu den surrenden Wespen. Doch der entscheidende Unterschied liegt wieder in der Biologie: Die gegen Motten und andere Schädlinge eingesetzten Schlupfwespen besitzen keinen Wehr- oder Giftstachel wie gewöhnliche Wespen.

  • Gewöhnliche Wespen haben einen sogenannten Wehrstachel, mit dem sie sich und ihr Nest verteidigen können. Er ist mit einer Giftdrüse verbunden und kann die menschliche Haut durchdringen.
  • Schlupfwespen besitzen stattdessen einen feinen Legestachel, auch Legebohrer genannt. Seine biologische Funktion ist eine völlig andere: Mit dem Legestachel legen die Weibchen ihre Eier in Wirtsinsekten ab – etwa in Motteneier oder Mottenlarven. Für die menschliche Haut ist dieses Werkzeug nicht geeignet.
  • Auch ihr Verhalten ist völlig anders: Schlupfwespen verteidigen kein Nest, zeigen Menschen gegenüber keine Aggression und haben keinen Grund, sich gegen uns zur Wehr zu setzen.

Selbst wenn eine Schlupfwespe versehentlich auf deiner Haut landet, kann sie dich daher nicht stechen. Die winzigen Nützlinge interessieren sich ausschließlich für ihre Wirte und verschwinden wieder, sobald sie keine Motteneier oder Mottenlarven mehr finden.

Warum du dir auch über mögliche Allergien oder Giftigkeit keine Sorgen machen musst, erfährst du im Artikel: Sind Schlupfwespen gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Fazit: Schlupfwespen sind für Menschen und Haustiere harmlos

Ein Schlupfwespen-Stich ist nicht möglich: Die kleinen Nützlinge besitzen keinen Giftstachel, sondern lediglich einen feinen Legestachel zur Eiablage. Menschen und Haustiere können sie damit nicht stechen. Schlupfwespen sind somit völlig ungefährlich.

Zudem erledigen sie ihre Arbeit praktisch im Verborgenen: Die häufig eingesetzten Trichogramma-Schlupfwespen sind mit etwa 0,4 Millimetern so winzig, dass man sie mit bloßem Auge kaum wahrnimmt.

FAQ - weitere Fragen & Antworten zu Schlupfwespen

Was passiert, wenn man von einer Schlupfwespe gestochen wird?

Schlupfwespen stechen Menschen und Haustiere nicht. Der Legestachel der Weibchen dient ausschließlich dazu, Eier in die jeweiligen Wirte abzulegen. Anders als gewöhnliche Wespen besitzen die gegen Motten eingesetzten Schlupfwespen keinen Giftstachel.

Kann die Holzschlupfwespe stechen?

Nein, auch eine Holzschlupfwespe kann Menschen nicht stechen. Die Weibchen besitzen zwar einen auffälligen Legestachel, nutzen ihn aber ausschließlich zur Eiablage in Holz beziehungsweise in darin lebende Wirtsinsekten. Die menschliche Haut können sie damit nicht durchdringen.

Sind Schlupfwespen aggressiv?

Nein, Schlupfwespen verhalten sich Menschen und Haustieren gegenüber nicht aggressiv. Sie interessieren sich ausschließlich für ihre Wirtsinsekten, beispielsweise Lebensmittel- oder Kleidermotten. Menschliche Körpergerüche und Lebensmittel ziehen sie nicht an. Außerdem verteidigen sie weder ein Nest noch ein Revier.

Welche Nachteile haben Schlupfwespen?

Schlupfwespen zur Mottenbekämpfung haben keine grundsätzlichen Nachteile. Als lebende Nützlinge bringen sie jedoch einige Besonderheiten mit: Die Anwendung dauert mehrere Wochen, die Tiere müssen gezielt platziert werden und dürfen nicht gleichzeitig mit Insektiziden eingesetzt werden. Mehr dazu erfährst du im Artikel „Welche Nachteile gibt es bei Schlupfwespen?

Kann man Schlupfwespen mit bloßem Auge sehen?

Die gegen Motteneier eingesetzten Trichogramma-Schlupfwespen sind nur etwa 0,3 bis 0,4 Millimeter groß und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Andere Arten wie Habrobracon hebetor gegen Lebensmittelmottenlarven oder Baryscapus tineivorus gegen Kleidermottenlarven werden etwa 2 Millimeter groß und sind daher eher sichtbar.

Bild von Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Julia Braunsteiner-Berger schreibt seit vielen Jahren als freiberufliche Autorin über Medizin- und Gesundheitsthemen. Nach einem Biologiestudium absolvierte sie u.a. Fortbildungen im Bereich Medical Writing und Pflegewissenschaften. Ein besonderes Anliegen ist ihr die laiengerechte Aufarbeitung medizinischer Themen.

Quellen

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