Sind Schlupfwespen gefährlich für Menschen oder Tiere?

Schlupfwespen in der Nähe von Mensch und Tier (Hund, Katze, Haustier) sind nicht gefährlich
Schlupfwespen in der Nähe von Mensch und Tier (Hund, Katze, Haustier) sind nicht gefährlich

Sind Schlupfwespen gefährlich für Menschen, Babys oder Haustiere, wie z.B. Hunde oder Katzen? Diese Sorge taucht häufig auf, wenn es um die natürliche Mottenbekämpfung in Wohnräumen geht. Doch die winzigen Helfer haben mit stechenden Wespen kaum etwas gemeinsam.

Wir zeigen dir, warum Schlupfwespen völlig unbedenklich sind – und weshalb chemische Insektizide die deutlich größere gesundheitliche Belastung darstellen.

Das Wichtigste vorab - warum Schlupfwespen für Mensch und Tier unbedenklich sind:

  • Schlupfwespen sind nicht gefährlich für Menschen, da sie nicht stechen, nicht beißen und ausschließlich die Eier von Motten bekämpfen.
  • Als natürliche Nützlinge sind Schlupfwespen völlig ungiftig und stellen auch in sensiblen Wohnbereichen keine gesundheitliche Belastung dar.
  • Allergische Reaktionen sind äußerst unwahrscheinlich, weshalb Schlupfwespen auch für Menschen mit Asthma oder anderen Vorerkrankungen als unbedenklich gelten.
  • In Haushalten mit Kindern sind Schlupfwespen eine sichere Alternative zu synthetischen Mottensprays, Mottenpapier & Co.
  • Für Haustiere wie Hunde, Katzen oder Kleintiere sind Schlupfwespen ebenfalls nicht gefährlich, da sie – anders als chemische Insektizide – keine schädlichen Stoffe freisetzen.

Inhaltsübersicht

Was sind Schlupfwespen eigentlich?

Wenn von Schlupfwespen gegen Motten die Rede ist, ist in der Regel die Art Trichogramma evanescens gemeint. Diese winzigen Nützlinge sind natürliche Gegenspieler von Lebensmittelmotten und Kleidermotten: Sie legen ihre Eier gezielt in die Motteneier und unterbrechen so den Lebenszyklus der Lebensmittelmotten bzw. Kleidermotten auf natürliche Weise, ganz ohne Chemie. Ist der Befall beseitigt, verschwinden auch die Schlupfwespen von selbst – ohne Spuren zu hinterlassen oder sich in deinen Wohnräumen weiter zu vermehren.

Schlupfwespe krabbelt über Schlupfwespen-Karte (reale Animation)
Mit dem bloßen Auge kaum erkennbare Schlupfwespen krabbelnd auf einer Karte - auf der Suche nach Motteneiern
Schlupfwespen im Einsatz gegen Motten
Die typische Schlupfwespen-Art zur Mottenbekämpfung in Nahaufnahme: Trichogramma Evanescens

Was viele nicht wissen: Trichogramma-Schlupfwespen haben kaum etwas mit den bekannten Wespen gemeinsam. Sie sind nur etwa 0,4 Millimeter groß – also etwa 5 mal kleiner als ein Reiskorn – und können weder stechen noch fliegen. Stattdessen bewegen sie sich krabbelnd fort und bleiben für dich im Alltag praktisch unsichtbar.  

Mehr zu Schlupfwespen im Detail findest du in diesen Artikeln:

Sind Schlupfwespen gefährlich für den Menschen?

Kurz gesagt: Nein. Schlupfwespen sind für Menschen weder gefährlich noch lästig. Im Gegensatz zu den bekannten, größeren Wespenarten zeigen sie kein Aggressionsverhalten, setzen keine schädlichen Stoffe frei und interessieren sich ausschließlich für Motteneier. Gerade in Wohnräumen gelten sie deshalb als besonders sichere Alternative zu chemischen Insektiziden.

Warum von Schlupfwespen kein Gesundheitsrisiko ausgeht

Mehrere Faktoren machen Schlupfwespen für den Menschen unbedenklich:

  • Kein Stechen, kein Beißen: Schlupfwespen besitzen keinen Stachel, der die menschliche Haut durchdringen kann, und keine Mundwerkzeuge, mit denen sie Menschen verletzen könnten.
  • Völlig ungiftig: Die Nützlinge geben keinerlei chemische oder reizende Substanzen ab – ein entscheidender Unterschied zu Mottensprays, Mottenpapier oder anderen Insektiziden, die die Raumluft belasten können.
  • Kein Interesse am Menschen oder an Lebensmitteln: Schlupfwespen werden weder von Nahrung noch von Textilien oder Körpergerüchen angezogen. Ihr einziges Ziel sind die Eier von Motten.
  • Geringes Allergiepotenzial: Allergische Reaktionen gelten als äußerst unwahrscheinlich – selbst bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma. Das zeigt unter anderem eine dänische Studie an Gewächshausmitarbeitern, die regelmäßig mit Nützlingen arbeiten. Die Forschenden haben keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schlupfwespen festgestellt.

Durch diese Eigenschaften eignen sich Schlupfwespen auch für den Einsatz in sensiblen Bereichen wie Küche, Schlafzimmer oder Kinderzimmer.

Was passiert, wenn man Schlupfwespen versehentlich verschluckt oder einatmet?

Viele Menschen fragen sich, ob ein unbeabsichtigter Kontakt – etwa durch Einatmen oder Verschlucken – problematisch sein könnte. In der Praxis ist beides sehr unwahrscheinlich, da Schlupfwespen nicht fliegen und sich am Ausbringungsort nur krabbelnd fortbewegen.

  • Verschlucken: Sollten Schlupfwespen dennoch versehentlich mitgegessen werden, ist das harmlos. Sie sind ungiftig und werden im Magen durch die Magensäure sofort zersetzt.
  • Einatmen: Auch das gilt als äußerst unwahrscheinlich. Falls es doch passieren sollte, sind Schlupfwespen zu groß, um in die Lungenbläschen vorzudringen. Sie würden – ähnlich wie normale Staubpartikel – über die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwege wieder ausgeschieden.

Gut zu wissen

Die Biopestizid-Datenbank der AERU (Agriculture & Environment Research Unit) der angesehenen University of Hertfordshire bewertet Schlupfwespen mit dem klaren Befund: „Keine nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit festgestellt.“

Das bedeutet: Schlupfwespen sind für den Menschen nicht gefährlich. Gerade für empfindliche Personengruppen wie Schwangere, Menschen mit Allergien oder Vorerkrankungen stellen sie eine besonders sichere Alternative zu chemischen Insektiziden dar, die in Innenräumen die Luftqualität und das Wohlbefinden beeinträchtigen können.

Warum Schlupfwespen auch für Babys und Kleinkinder unbedenklich sind

Auch für die jüngsten Haushaltsmitglieder sind Schlupfwespen vollkommen ungefährlich. Die winzigen Nützlinge stechen oder beißen nicht und sind völlig ungiftig – selbst dann, wenn sie versehentlich in den Mund gelangen sollten. Im Unterschied zu chemischen Mottensprays oder Mottenpapier geben Schlupfwespen keine reizenden oder belastenden Stoffe an die Raumluft ab.

Vorsicht bei Mitteln, wie Sprays, Mottenpapier, Mottenkugeln!

Synthetische Insektizide wie Mottensprays, Mottenpapier oder Mottenkugeln enthalten oft sogenannte Pyrethroide. Das sind Nervengifte, die nicht nur auf Insekten wirken, sondern auch den menschlichen Körper belasten können. Mögliche Folgen sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Augenreizungen. Gerade Babys und Kleinkinder reagieren darauf besonders empfindlich, da ihr Körper noch in Entwicklung ist.

Sind Schlupfwespen gefährlich für Haustiere?

Viele Tierhalter fragen sich, ob Schlupfwespen gefährlich für Katzen, Hunde oder Kleintiere sein könnten. Die klare Antwort: Nein. Schlupfwespen sind für Haustiere ebenso unbedenklich wie für Menschen, da sie weder stechen noch beißen und keinerlei giftige oder reizende Stoffe freisetzen.

Schlupfwespen und Haustiere im Überblick

  • Schlupfwespen gefährlich für Katzen? Nein. Katzen zeigen kein Interesse an den winzigen Nützlingen, und selbst bei Kontakt oder versehentlichem Verschlucken besteht kein Gesundheitsrisiko.
  • Schlupfwespen gefährlich für Hunde? Ebenfalls nein. Schlupfwespen sind ungiftig und können Hunden weder durch Berührung noch durch Aufnahme schaden.
  • Schlupfwespen gefährlich für Hamster, Meerschweinchen oder andere Kleintiere? Auch für Nager und andere Kleintiere sind die Nützlinge harmlos, da sie keine schädlichen Substanzen abgeben und kein aggressives Verhalten zeigen.
  • Schlupfwespen gefährlich für Vögel oder Reptilien? Nein. Es sind keine negativen Wechselwirkungen bekannt, da Schlupfwespen ausschließlich auf Motteneier spezialisiert sind.

Auch allergische Reaktionen bei Haustieren sind bislang nicht dokumentiert. Schlupfwespen sind somit eine sichere Alternative zu chemischen Insektiziden, die für Tiere deutlich problematischer sein können. Denn die in Mottensprays oder Mottenkugeln enthalten Wirkstoffe wie Pyrethroide können nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere reizend oder sogar giftig sein.

Unser Tipp: Achte darauf, die Schlupfwespen-Kärtchen für deine Haustiere möglichst unzugänglich zu platzieren. Nicht aus Sicherheitsgründen, sondern um zu verhindern, dass die empfindlichen Kärtchen angeknabbert oder zerstört werden und die Wirkung der Nützlinge nachlässt.

Fazit: Schlupfwespen sind nur für Motten gefährlich – nicht für Menschen oder Haustiere

Schlupfwespen sind eine effektive und natürliche Lösung, um Lebensmittel- und Kleidermotten dauerhaft zu bekämpfen. Für Menschen, Babys, Kinder und Haustiere sind sie nicht gefährlich, da sie weder stechen noch beißen und vollkommen ungiftig sind. Gerade im Vergleich zu chemischen Insektiziden bieten sie eine besonders schonende Alternative für den Einsatz in Wohnräumen und sensiblen Bereichen. Wer Motten nachhaltig und ohne gesundheitliche Belastung loswerden möchte, setzt mit Schlupfwespen auf eine sichere und bewährte Methode.

FAQ - weitere Fragen & Antworten zum Thema

Haben Schlupfwespen Nachteile?

Nein, Nachteile für Menschen und Tiere haben Schlupfwespen nicht. Lediglich für die Motten sind Schlupfwespen gefährlich. Erfahre mehr dazu in unserem Artikel „Welche Nachteile gibt es bei Schlupfwespen?

Können Schlupfwespen zur Plage werden?

Nein, sobald die Schlupfwespen alle Motten eliminiert haben, sterben sie selbst aus und können sich in deinem Haushalt nicht mehr weiterentwickeln.

Ist der Stich einer Schlupfwespe gefährlich?

Nein, die im Haushalt gegen Motten eingesetzten Schlupfwespen können gar nicht stechen und sind daher nicht gefährlich für dich, Kinder oder Haustiere. Einzig allein für die Motten sind Schlupfwespen gefährlich.

Können Schlupfwespen Allergien auslösen?

Nein, es gilt als ausgeschlossen, dass Schlupfwespen Allergien verursachen können. Studien legen dies nahe.

Sind Schlupfwespen gefährlicher als andere Mottenmittel?

Nein, im Gegenteil: Schlupfwespen sind im Vergleich zu anderen Mottenmitteln, wie z.B. Insektiziden, die ungefährlichste und natürlichste Methode für Tier und Mensch, um Motten loszuwerden. Dabei sind sie sogar nachhaltiger als andere Mittel, weil sie die Fortpflanzungsfähigkeit der Motten beenden und somit den Ursprung des Mottenbefalls beseitigen.

Bild von Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Hier schreibt: Julia Braunsteiner-Berger, Medizin-Autorin und Biologin

Julia Braunsteiner-Berger schreibt seit vielen Jahren als freiberufliche Autorin über Medizin- und Gesundheitsthemen. Nach einem Biologiestudium absolvierte sie u.a. Fortbildungen im Bereich Medical Writing und Pflegewissenschaften. Ein besonderes Anliegen ist ihr die laiengerechte Aufarbeitung medizinischer Themen.

Quellen

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